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Der Neandertaler Mensch jagt Höhlenbären. Steinwerkzeuge aus der 1900 m hoch gelegenen Rameschhöhle beweisen dies.
Kelten siedeln im Tal, hinterlassen keine Spuren außer zwei Ortsnamen.
Römer errichten die Provinz Noricum. Die norische Reichsstraße führt durch das Tal. An ihr liegen die Poststationen Gabromagus/Windischgarsten (mansio) und Ernolatia/St. Pankraz (mutatio). Bei zwei wissenschaftlichen Grabungen konnten in Windischgarsten römerzeitliche Gebäudereste freigelegt werden. Die vielen Fundgegenstände kamen zum größten Teil an das Heimatmuseum.
Nach dem Abzug der Römer wandern Slawen ein. Von ihnen stammen viele Eigen- und Ortsnamen (Ostrawitz, Gierer, Bosruck, Reschitz, etc.)
Baiern besiedeln friedlich das Tal. Sie sind Christen und werden durch das Stift Kremsmünster gefördert.
Nach dem Ungarnsturm erhält das von Kaiser Heinrich II. gegründete Hochstift Bamberg große Besitzungen entlang der Pyhrnlinie. Dadurch kommen viele fränkische Siedler ins Land.
Weihe einer Holzkirche durch den Bischof von Passau.
Am 29. März dieses Jahres übernachtet Kaiser Friedrich Rotbart in Windischgarsten und feiert den Palmsonntag.
Gründung des Hospizes am Pyhrn durch Bamberg. Eine Bruderschaft pflegt die Pilger und Kreuzfahrer.
Das 1122 gegründete Stift Gleink hatte auch Besitzungen im Garstnertal (Gleinkerau, Gleinkersee). Es kommt zu Streitigkeiten mit dem Stift Spital. Insgesamt gab es sechs Grundherren: Die Klöster Spital, Kremsmünster, Gleink, Bamberg, Garsten und die Herrschaft Klaus.
Die erneuerte Kirche in Windischgarsten wird dem Pilgerheiligen Valentin geweiht. Sie stand in der Nähe des Pfarrhofes auf dem gleichen Hügel, der nun von der Hengstpassstraße durchschnitten wird.
Um 1350 übernimmt Windischgarsten die Funktion eines Marktes, doch wird der Pyhrnpass Grenze zum Erzbistum Salzburg. Der Handel leidet in der Folge unter den Streitigkeiten zwischen den Habsburgern und den Erzbischöfen. Auch die oberösterreichischen Städte erzwingen Einschränkungen des Pyhrnhandels.
1435 wirkt der resignierte Bischof Friedrich von Aufseß in Spital am Pyhrn. Mit seiner finanziellen Unterstützung kann das Stift das Dorf Windischgarsten erwerben.
1444 gewährt Kaiser Friedrich III. Windischgarsten die Abhaltung eines Wochenmarktes.
1462 wird auf dem heutigen Standort eine neue Pfarrkirche gebaut. Sie erhält den hl. Jakob d. Ä. zum Patron. Er soll gegen die Raubzüge der Türken schützen.
1495 bauen die Bürger noch einen mächtigen Turm. Diese Jahreszahl ist auf der Westseite zu lesen. Von der spätgotischen Kirche sind nur mehr das Vorschiff und ein Teil der Seitenwände (Spitzbogenfenster) erhalten.
Es entwickelt sich die Sensenerzeugung im ganzen Tale. Dieser Erwerbszweig gelangt zu großer Bedeutung.
Windischgarsten erhält von Kaiser Maximilian ein Jahresmarktsprivileg.
Ein Drahtzug wird erstmals in Windischgarsten urkundlich erwähnt.
Im Zuge der Gegenreformation hängen starhembergische Landsknechte acht protestantische Bürger und Bauern.
Kaiser Leopold I verkauft die Herrschaft Steyr (Sensengebirge) an Max Graf von Lamberg.
Am 25. September vernichtet ein Brand viele Häuser. Auch das Dach der Kirche wird ein Raub der Flammen. Die Wiederherstellung bringt eine Barockisierung mit sich.
Ein weiterer Brand zerstört einen Großteil des Marktes. Es war am 28. Mai d. J. Die Kirche blieb diesmal verschont.
Handel und Sensenwerke erleben einen Höhepunkt. Der bescheidene Wohlstand in der Barockkirche hat sich in der schönen Ausstattung der Kirche in den schmiedeeisernen Grabkreuzen und in den Nepomukstatuen niedergeschlagen.
Das Stift Spital wird überfallsartig aufgelöst und den Benediktinern aus St. Blasien im Schwarzwald zur Verfügung gestellt.
Es entsteht ein kaiserliches Pflegeamt, da die Benediktiner nach St. Paul im Lavanttal gezogen sind und das frühere Chorherrenstift nicht mehr errichtet werden durfte.
Das Gewölbe der Pfarrkirche wird klassizistisch erneuert und das Hauptschiff verlängert. Die lange Bauzeit ist durch die napoleonischen Kriege und durch mehrere Missernten bedingt.
Das Revolutionsjahr bringt die Aufhebung der Grundherrschaft und die Schaffung von Gemeinden. Statt der Marktrichter gibt es nun die Bürgermeister.
Windischgarsten erhält das Bezirksgericht und mit den beiden Forstämtern wird es der verwaltungsmäßige Mittelpunkt des Tales.
Bau der neuen Hengstpassstraße am Dambach entlang. Früher führte diese Straße über den Pfarrerberg in das Dörfl und über den Fraitgraben zum Zottensberg.
Die Gemeinde kauft den zu einem Sensenwerk umgebauten Drahtzug. Aus dem Obstgarten wird ein Park, aus dem Fluder eine Schwimmschule und aus dem Herrenhaus ein Krankenhaus (heute Heimatmuseum).
Die erste Lokomotive dampft durch das Tal – das moderne Zeitalter beginnt.
Am Weihnachtsabend wird das erste Telefonat von Wdg. aus geführt.
Beginn des Baues einer Volksschule.
In den vier Jahren des Ersten Weltkrieges sind 35 Männer aus der Gemeinde gefallen.
Nordische „Drei-Länder-Meisterschaften“, Anfänge des Winterfremdenverkehrs.
Hauptschule (Bürgerschule) wird eröffnet.
Kriegerdenkmal für Opfer des Ersten Weltkrieges.
Bei politischen Unruhen (Nationalsozialisten, Schutzbund, Heimwehr) kommt es zu Schlägereien, Sprenganschlägen, Verhaftungen.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen gibt es bei einer Volksabstimmung nur 1 Gegenstimme gegen den Anschluss Österreichs an Nazideutschland.
Im Zweiten Weltkrieg beklagt Windischgarsten 122 Opfer. Einige US-amerikanische Bomber stürzen in der Region ab.
Im April kommen ungarische Juden auf einem Todesmarsch durch den Ort. Zu Kriegsende im Mai flüchtet Gauleiter Eigruber hierher, versteckt sich bis zu seiner Gefangennahme im August auf Almen.
Die Österr. Staatsschimeisterschaft findet hier statt.
Der Sessellift auf den Wurbauerkogel wird eröffnet.
Windischgarsten wird Luftkurort.
Erste „Schiklassen“ an der Hauptschule.
Eröffnung des „Geologischen Lehrpfades“ im Naturpark.
Notgrabung am Römerfeld durch das OÖ.Landesmuseum.
Zweite Hauptschule und ein Heimatmuseum wird eröffnet.
Der Marktplatz wird zur Fußgeherzone.
Der Markt feiert ein Hans-Hauenschild-Gedenkjahr und errichtet einen neuen Platz mit seinem Denkmal
Autor: R. Stanzel
Gemeinde & Bürger 02/2010Mehr...
05.09.2010stark bewölkt7°C bis 17WIND 9,0 KM/H
Aug| OktSept
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